Ob am Zahn die Pulpa (das Zahnmark) noch lebt, soll durch Reize festgestellt werden, die vom Patienten gespürt werden müssen. In der Praxis durchgesetzt hat sich dazu der Kältereiz (Kälteprovokationstest). Als Kältequelle dient meist ein Kältespray. Das wird beispielsweise auf Wattekügelchen (Wattepellets) oder Schaumstoffträger aufgesprüht und dann schnell an den Zahn gehalten. Der Patient muss angeben, ob er diesen Kältereiz spürt oder ob er ihm gar Schmerzen verursacht. Eine andere Kältequelle ist Stickstoffschnee, der vor der Anwendung aus einem Vorrats-Druckbehälter in eine Applikationsspritze gefüllt wird. Merkt der Patient den Kältereiz nicht, dann ist die Vitalitätsprüfung negativ und es ist davon auszugehen, dass die Pulpa avital ist.
Der Kältetest hat nichts mit der vor vielen Jahren gebräuchlichen Vereisung vor Zahnextraktionen zu tun.
Ein weitere theoretische Möglichkeit wäre, den Zahn mit Wärmereizen zu testen. Das ginge mit warmen Wasser, was aber schlecht auf einen einzelnen Zahn aufzubringen ist, oder mit erhitzten plastischen Materialien (z. B. Guttapercha). Dabei besteht jedoch die Gefahr, dass die Pulpa dauerhaft geschädigt wird, da Eiweiß ab etwa 50°C denaturiert.
Versuchsweise wurde die Vitalitätsprobe mittels Stromreizen durchgeführt. Dabei werden Stromimpulse mit immer größerer Stromstärke in den Zahn gegeben, bis der Patient etwas spürt. Probleme gab es bei der Kalibrierung, da die Schwankungen zwischen verschiedenen Personen groß sein können. Bei Metallfüllungen besteht außerdem die Möglichkeit, dass ein Nachbarzahn eines nicht vitalen Zahns mitgereizt wird, so dass ein Zahn fälschlicherweise für vital gehalten wird.
In einfachen Fällen genügt schon ein kalter Luftstoß aus der Wasser-Luft-Pistole der Behandlungseinheit, um festzustellen, dass die Vitalitätsreaktion positiv ist. Die fehlende Vitalität kann man damit allerdings nicht feststellen.
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