Wer abnehmen will, der bekommt überall zu hören, er solle das Fett in seiner Nahrung reduzieren. Die Supermarktregale sind voll mit “Low Fat”- und Light-Produkten. Und die figurbewussten Verbraucher essen brav trockene Getreideflocken, rohes Gemüse und fade schmeckende Light-Produkte und verzichten auf die leckere Butter auf dem Brot. Doch was Genießer lange vermuteten, das bestätigen mehr und mehr Wissenschaftler: Fett ist gar nicht so schlimm, wie vielerorts behauptet wird.
Erstens ist zu differenzieren zwischen den unterschiedlichen Arten von Fetten. Ob ungesättigte oder gesättigte Fettsäuren, ob aus Pflanzen gewonnen oder tierischen Ursprungs, ob gehärtet oder ungehärtet, das macht erhebliche Unterschiede für den Gesundheitswert der verschiedenen Fettvarianten aus. Einig sind sich Wissenschaftler und Ernährungsexperten nur in dem Punkt, dass zu viel Fett dem Menschen schadet. Doch wie viel “zuviel” ist, bereits darüber gehen die Meinungen auseinander. Während die einen in überlieferter 80er-Jahre-Tradition auf Light-Produkte setzen und sich jedes Stückchen Butter verkneifen, lesen andere Menschen stets die aktuellen Nachrichten zur Gesundheit und versuchen zum Beispiel mit der sogenannten Low-Carb-Diät abzuspecken, die das Prinzip ins Gegenteil verkehrt.
Umstrittene Low-Carb-Diäten
Denn Low-Carb bedeutet nichts anderes als “wenig Kohlenhydrate”. Wer so diätet, der verzichtet auf Kohlenhydrate in Form von Zucker und Stärke und deckt seinen Kalorienbedarf mit tierischen Produkten wie Fleisch und Geflügel, Fisch und Butter. Eine solche Diät ist für die meisten Verbraucher, die Fett immer noch für den Dickmacher Nummer Eins halten, eine Horrorvorstellung. Doch tatsächlich gelingt es Anhängern dieser Art der Diät, damit ihr Gewicht zu reduzieren. Ihre Gegner würden an dieser Stelle trotzdem einwenden, dass tierische Fette und Cholesterin doch nachgewiesenermaßen schädlich für den menschlichen Körper seien. Es wird gewarnt vor Arteriosklerose, Herzinfarkt und Bluthochdruck. Und tatsächlich haben Wissenschaftler in drei Studien einen Zusammenhang zwischen einer an tierischen Fetten reichen Ernährung und diesen Erkrankungen nachgewiesen.
Widersprüchliche Studienergebnisse
Verschwiegen jedoch wird meistens, dass es auf der anderen Seite 17 Studien gibt, die zu völlig anderen Ergebnissen kamen. Diese Untersuchungsreihen konnten nämlich keinen Zusammenhang zwischen einer fettreichen Ernährungsweise und den genannten Erkrankungen feststellen. Mittlerweile sind Studien gestartet, die die positiven Wirkungen auch von den bisher verteufelten Fettarten untersuchen sollen. Lange bekannt ist die Bedeutung der sogenannten Omega3-Fette für die menschliche Gesundheit. Sie sind entzündungshemmend und wirken positiv auf den Zellhaushalt. Doch alles weiß man über sie noch nicht, sodass fleißig weiter geforscht wird. Für den Verbraucher ergibt sich aus diesen Erkenntnissen, dass die Wahrheit vermutlich wieder einmal in der Mitte liegt. Wer sich ausgewogen ernährt und isst, worauf er Appetit hat, egal ob tierisch oder pflanzlich, ob fett oder mager, der gibt seinem Körper damit alles, was er braucht.
