Seit einigen Monaten wird in Politik und Medien immer wieder heftig diskutiert, warum die meisten Ärzte sich in der Stadt und nicht auf dem Land niederlassen und wie es möglich ist, doch noch den einen oder anderen Arzt auf das Land zu locken. Besonders groß ist auf dem Land der Mangel an Fachärzten, doch auch die Versorgung mit Hausärzten ist nicht ausreichend. Die Gründe dafür sind vielfältiger Art. Wieso sollte zum Beispiel der Arzt in Hamburg seine Praxis aufgeben und aufs Land ziehen? In den ländlichen Gebieten, ganz besonders im Osten Deutschlands, wird er als Erstes durch eine mittelmäßige bis schlechte Infrastruktur behindert. Diese macht es ihm unmöglich, eine ebenso große Anzahl an Patienten zu behandeln, wie er es in der Großstadt macht. Schließlich sind diese auf ein viel größeres Gebiet in vielen kleineren Ortschaften verteilt. Um den Gegebenheiten vor Ort gerecht zu werden, ist es erforderlich, dass der Arzt in den verschiedenen Ortschaften in seiner Umgebung Sprechstunden anbietet. Auch Hausbesuche sind als Hausarzt in einigen Fällen erforderlich – diese sind auf dem Land durch größere Entfernungen natürlich zeitaufwendiger als in der Stadt.
Zudem spielt natürlich auch die Bezahlung eine Rolle. Faktisch verdient ein Facharzt mehr als ein Hausarzt. Fachärzte werden aber seltener konsultiert als Hausärzte, was bedeutet, dass Fachärzte einen größeren Kreis an Patienten brauchen. Auffindbar ist dieser natürlich in der Stadt. Problematisch ist außerdem noch, dass der Mangel an Ärzten auf dem Land sich in Zukunft vermutlich noch verstärken wird. Begründet liegt dies daran, dass die momentan geführten Praxen keine Nachfolger für ihre Ärzte finden. Schon heute liegt das Durchschnittsalter in den Praxen bei über 50 Jahren. Mit einem neuen Gesetz, dem Versorgungsstrukturgesetz, versucht die schwarz-gelbe Bundesregierung das Problem nun zu lösen.
